Großbritannien erwartet Auswirkungen durch US-Zölle und schließt Gegenmaßnahmen nicht aus. Verhandlungen über ein Wirtschaftsabkommen laufen, doch die neuen Zölle auf Autos könnten kommen.
Die britische Regierung rechnet damit, von den von den USA angekündigten Zöllen betroffen zu sein, wie aus Kreisen des Premierministers bekannt wurde. Eine mögliche Gegenreaktion wird dabei nicht ausgeschlossen.
Ein Sprecher der Regierung betonte, die Gespräche über ein Wirtschaftsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und den USA seien konstruktiv verlaufen, dürften sich jedoch über den Mittwoch hinausziehen – dem Tag, an dem die von Präsident Donald Trump angekündigten neuen Zölle in Höhe von 25 % auf Autos und Autoteile in Kraft treten sollen.
Trump hatte bereits in der Vergangenheit Zölle auf verschiedene Importgüter verhängt, darunter auch auf britischen Stahl und Aluminium, die mit einem Aufschlag von 25 % belegt wurden. Am Wochenende deutete er an, dass die neuen Maßnahmen alle Handelspartner betreffen könnten, nicht nur Länder mit großen Handelsungleichgewichten gegenüber den USA.
Ein Sprecher von Premierminister Keir Starmer erklärte:
„Der Premierminister hat klargestellt, dass er stets im nationalen Interesse handeln wird. Wir haben uns auf alle Eventualitäten vorbereitet, einschließlich der Möglichkeit, dass die neuen Zölle auch das Vereinigte Königreich betreffen.“
Er fügte hinzu, dass die Regierung weiterhin an einer wirtschaftlich vorteilhaften Lösung arbeite, jedoch nur unter der Bedingung, dass diese den britischen Bürgern zugutekomme.
Auf die Frage, ob bis Mittwoch noch eine Einigung erzielt werden könne, antwortete der Sprecher, die Gespräche würden voraussichtlich darüber hinaus andauern. Die britische Regierung wolle „ruhig und pragmatisch“ auf mögliche Zölle reagieren, da ein Handelskrieg niemandem nütze. Dennoch schloss man Gegenmaßnahmen nicht aus.
Die Liberaldemokraten forderten die Regierung auf, ähnlich wie Kanada und die EU mit eigenen Zöllen zu reagieren. Parteichef Ed Davey erklärte:
„Höfliche Bitten allein zeigen bei Trump keine Wirkung. Wir müssen gemeinsam mit unseren Verbündeten klare Signale setzen.“
Laut dem unabhängigen Office for Budget Responsibility (OBR) könnte ein Handelskraftakt mit den USA das Wirtschaftswachstum erheblich beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall – also bei gegenseitigen Zöllen – könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 0,6 % und im nächsten Jahr um 1 % niedriger ausfallen als prognostiziert. Selbst ohne Gegenmaßnahmen wäre mit Einbußen zu rechnen.
Die britische Automobilindustrie, für die die USA der zweitgrößte Absatzmarkt nach der EU ist, könnte besonders betroffen sein. Hochpreisige Marken wie Rolls-Royce und Aston Martin wären von den Zöllen voraussichtlich stark betroffen.
Trump begründet seine Maßnahmen mit dem Schutz amerikanischer Arbeitsplätze und Industrien, obwohl Kritiker vor höheren Verbraucherpreisen warnen. Bei einem Treffen mit Starmer im Februar hatte der US-Präsident jedoch angedeutet, dass ein „echtes Handelsabkommen“ möglich sei, das Großbritannien vor weiteren Zöllen bewahren könnte.
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