China erreichte 5 % Wachstum durch Exporte und Stimuli. Dennoch sieht sich das Land schwacher Nachfrage, demografischen Wandel und neuen US-Zollrisiken gegenüber.
Chinas Wirtschaft wuchs im Jahr 2024 um 5 %, was dem offiziellen Wachstumsziel von „rund 5 %“ entsprach. Dies war vor allem starken Exporten und staatlichen Konjunkturmaßnahmen zu verdanken. Trotz dieses Erfolges bleibt das Wachstum hinter den Vorjahren zurück, was auf strukturelle Probleme und eine schwächelnde Binnennachfrage zurückzuführen ist.
Im letzten Quartal des Jahres konnte die Wirtschaft ein Wachstum von 5,4 % verzeichnen. Dies wurde durch Maßnahmen wie gesenkte Zinssätze, erleichterte Kreditbedingungen und umfangreiche staatliche Investitionen in Infrastrukturprojekte ermöglicht. Während die Exporte im Jahresvergleich um 7,1 % stiegen, wuchs die Industrieproduktion um 5,8 % und der Einzelhandelsumsatz um 3,5 %.
Die Herausforderungen für Chinas Wirtschaft bleiben jedoch bestehen. Sinkender Konsum und eine zurückhaltende Nachfrage haben zu deflationären Tendenzen geführt. Der Immobiliensektor, einst ein Hauptmotor des Wachstums, steckt weiterhin in einer Krise, was das Vertrauen der Verbraucher und Investoren beeinträchtigt. Um die Inlandsnachfrage zu beleben, hat die Regierung Programme zur Förderung des Konsums eingeführt, einschließlich einer Ausweitung von Rückkaufprogrammen für Konsumgüter und einer Anhebung der Löhne für Millionen von Staatsbediensteten.
Ein weiterer Faktor, der Chinas Wirtschaft belastet, ist die demografische Entwicklung. Die Bevölkerung des Landes ging im Jahr 2024 zum dritten Mal in Folge zurück und erreichte 1,408 Milliarden Menschen, was einem Rückgang von 1,39 Millionen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Steigende Lebenshaltungskosten und unsichere Zukunftsperspektiven führen dazu, dass junge Menschen seltener heiraten und Kinder bekommen.
Zudem wird die Zuverlässigkeit der offiziellen Wachstumsdaten hinterfragt. Einige Experten weisen darauf hin, dass die tatsächliche Wirtschaftslage schwächer sein könnte als von der Regierung angegeben. Trotz der präzisen Erfüllung des Wachstumsziels deuten viele Indikatoren auf eine nachlassende Dynamik hin, darunter schwache Finanzmärkte und eine stagnierende Binnennachfrage.
Auch externe Risiken trüben die Aussichten. Der designierte US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, neue Zölle auf chinesische Waren zu erheben, was die Exportaussichten verschlechtern könnte. Darüber hinaus erschweren neue US-Beschränkungen für den Export fortschrittlicher Technologien Chinas Zugang zu wichtigen Komponenten für die Technologiebranche.
Experten betonen, dass tiefgreifende Strukturreformen notwendig sind, um die Wirtschaft widerstandsfähiger zu machen. Das Land muss seine Abhängigkeit von Exporten und Bauprojekten reduzieren und das Vertrauen des privaten Sektors stärken. Unsichere Rahmenbedingungen haben viele Unternehmen vorsichtig gemacht, was Investitionen und Neueinstellungen betrifft.
Um das Wachstum nachhaltig zu sichern, braucht China ein umfassendes Maßnahmenpaket. Dieses sollte gezielte fiskal- und geldpolitische Anreize sowie strukturelle Reformen umfassen, die Produktivität und Innovationskraft fördern. Nur durch eine solche Strategie kann die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ihre langfristigen Herausforderungen bewältigen und ihre Position auf dem globalen Markt behaupten.
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