Der neue EU-Handelschef Maroš Šefčovič deutete an, dass ein Beitritt Großbritanniens zur Pan-Euro-Mediterranen Konvention (PEM) diskutiert werden könnte, was Bürokratie abbauen und den Handel verbessern würde.
Maroš Šefčovič, der neue Handelschef der Europäischen Union für die Post-Brexit-Verhandlungen, hat in einem Interview mit der BBC angedeutet, dass ein Beitritt des Vereinigten Königreichs zur Pan-Euro-Mediterranen Konvention (PEM) Teil eines „Neustarts“ der Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien sein könnte. Dieses Abkommen ermöglicht es, dass Komponenten und Rohstoffe aus Dutzenden von Ländern in Europa und Nordafrika im zollfreien Handel verwendet werden können. Šefčovič betonte jedoch, dass der Vorschlag noch nicht genau formuliert wurde und dass „der Ball im Feld Großbritanniens liegt“.
Die britische Regierung hat noch nicht bestätigt, ob sie an einem Beitritt zur PEM interessiert ist, aber inoffizielle Konsultationen mit der Wirtschaft laufen bereits. Unternehmen könnten laut Experten Vorteile in Form von weniger Bürokratie und einer Wiederaufnahme komplexer Lieferketten gewinnen, die durch den Brexit und Zollbarrieren beeinträchtigt wurden. William Bain, Leiter der Handelspolitik der British Chambers of Commerce, sagte, ein Beitritt zur PEM würde „den Papierkram und die Kosten für viele britische Unternehmen reduzieren“.
Trotzdem hat der britische Europa-Minister Nick Thomas-Symonds erklärt, dass die Regierung derzeit keine Pläne für einen Beitritt zur PEM hat. Er schloss jedoch nicht aus, dass diese Frage in Zukunft wieder auf den Tisch kommen könnte. „Unsere rote Linie war immer klar – wir werden dem Binnenmarkt und der Freizügigkeit nicht beitreten“, fügte er hinzu.
Šefčovič erwähnte auch die Möglichkeit einer Überarbeitung des Veterinärabkommens, das die Reibungen im Handel mit landwirtschaftlichen und Lebensmittelprodukten verringern könnte. Allerdings würden solche Änderungen eine „dynamische Angleichung“ der Regeln zwischen der EU und Großbritannien erfordern. Emily Thornberry, Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, bezeichnete das derzeitige Abkommen als „ungleichmäßig und schwierig“ und wies darauf hin, dass Lebensmittel aus der EU in Großbritannien kaum kontrolliert werden, während britische Produkte in der EU strengen Kontrollen unterliegen.
Neben Handelsfragen erwähnte Šefčovič auch den Vorschlag der EU für ein Jugendmobilitätsprogramm, das jungen Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren ermöglichen würde, in Großbritannien zu arbeiten und zu studieren und umgekehrt. Dieser Vorschlag wurde jedoch in Großbritannien kritisiert und als Versuch abgelehnt, die Freizügigkeit wiederherzustellen. Šefčovič betonte jedoch, dass es sich um den „Aufbau von Brücken in die Zukunft“ handelt und nicht um eine Rückkehr zur Freizügigkeit.
Die Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien befinden sich laut Šefčovič in einer besseren Position als zuvor, auch dank der häufigen Kommunikation mit dem britischen Minister Nick Thomas-Symonds. Der britische Premierminister Keir Starmer wird an einem europäischen Gipfel teilnehmen, der sich auf Verteidigung und Sicherheit konzentriert, was zu einer weiteren Verbesserung der Beziehungen beitragen könnte.
Šefčovič kommentierte auch die Handelsbeziehungen der EU mit den USA und zeigte sich bereit, mit der Trump-Administration zu verhandeln. Er betonte jedoch, dass die EU „sehr vorsichtig und verantwortungsbewusst“ bei der Lösung von Handelsfragen mit Washington sein müsse.
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