Bayer muss 1,9 Mrd. Euro in US-Gerichtsfall zu Roundup und Krebs zahlen. Kläger wirft dem Glyphosat-Herbizid Non-Hodgkin-Lymphom vor. Bayer will Berufung einlegen.
Der deutsche Pharma- und Agrarkonzern Bayer wurde von einem Gericht im US-Bundesstaat Georgia dazu verurteilt, 1,9 Milliarden Euro in einem Rechtsstreit um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup zu zahlen. Dies berichten mehrere Medien.
Das Urteil des State Court of Cobb County umfasst 1,9 Milliarden Euro an Strafschadensersatz sowie 60 Millionen Euro an Entschädigungszahlungen. Es handelt sich dabei um eine der höchsten Summen, die Bayer bisher in Roundup-bezogenen Verfahren auferlegt wurden.
Die Klage wurde von einem Betroffenen eingereicht, der davon überzeugt ist, dass das glyphosathaltige Herbizid für seine Erkrankung an Non-Hodgkin-Lymphom verantwortlich ist. Bayer bestreitet weiterhin einen kausalen Zusammenhang zwischen Glyphosat und Krebs, obwohl das Mittel seit Jahren in der Kritik steht.
An der Frankfurter Börse fiel der Bayer-Aktienkurs nach Bekanntwerden des Urteils um 6,4 Prozent. Das Unternehmen kündigte umgehend an, Berufung einzulegen, da es die Höhe der Schadensersatzforderungen für unverhältnismäßig und verfassungswidrig hält.
Bereits in der Vergangenheit hatte Bayer Milliardenbeträge in Roundup-Klagen gezahlt. Für noch anhängige Verfahren sind weitere 5,4 Milliarden Euro an Rückstellungen gebildet worden. Experten äußern jedoch Zweifel, ob das Unternehmen bei der Vielzahl offener Klagen ähnlich hohe Summen aufbringen kann.
Ein betroffener Verbraucher schilderte in einem sozialen Netzwerk, er habe Roundup jahrzehntelang ohne Schutzausrüstung verwendet und sei später an Lymphdrüsenkrebs erkrankt.
"Es wurde als sicheres und effizientes Mittel beworben – jetzt habe ich die Konsequenzen zu tragen",
erklärte er.
Die Übernahme des US-Unternehmens Monsanto, das Roundup entwickelte, hat Bayer seit 2018 erhebliche finanzielle und reputative Belastungen gebracht. Der Konzern erwägt mittlerweile, das Produkt vom US-Markt zu nehmen, falls kein besserer Rechtsschutz gegen entsprechende Klagen erreicht wird.
Ein Verkaufsstopp hätte weitreichende Folgen für die amerikanische Landwirtschaft, da glyphosatbasierte Herbizide beim Anbau von Baumwolle, Mais und Sojabohnen eine zentrale Rolle spielen. Bayer verweist darauf, dass Glyphosat von US-Behörden und internationalen Aufsichtsinstanzen als unbedenklich eingestuft wird.
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